(HERE the English version)
Es begann vor gut anderthalb Jahren mit einem technischen Wunderwerk, das ich damals wie heute faszinierend und erstaunlich fand: eine Videokonferenz zwischen Fred Kuipers, Ernst Bieber und mir.
Fred war in Tschechien, Ernst in Österreich und ich zu Hause in Langweer, Friesland, aber wir konnten uns genauso gut hören und sehen, als wären wir im selben Raum! Es wird niemanden überraschen, dass es in unserem Gespräch um Tatra ging. Das nächste TFI-Treffen würde in Anger stattfinden, erzählte mir Ernst. Und im darauffolgenden Jahr wäre wieder ein anderes Land an der Reihe, wie es bei Tatra Freunde International üblich ist. Die Niederlande waren schon einmal dabei gewesen – ich erinnerte mich an Lekkerkerk und Noordwijk aan Zee –, aber das letzte Mal war schon etwa zehn oder elf Jahre her. Wäre es vielleicht eine Idee, das Treffen 2026 wieder in unserem Land auszurichten? Nach einigem Zögern stimmte ich zu. Das bedeutete, dass ich 2025 nach Anger kommen musste, um die Einladung persönlich zu überbringen. Und das wiederum bedeutete, dass ich bis dahin zumindest ein grobes Programm parat haben musste, um in Österreich präsentieren zu können! Glücklicherweise verfüge ich über umfangreiche Organisationserfahrung, und mit der Unterstützung vom TRN und TFI war ich zuversichtlich, dass alles klappen würde.
Als Allererstes muss man die Unterkunft organisieren. Ohne Hotelzimmer für etwa sechzig Teilnehmer geht es einfach nicht. Von der Unterkunft aus plant man dann Ausflüge und Routen. Dabei muss man die herrlichen, aber langsameren Vorkriegsautos berücksichtigen, die erfahrungsgemäß bei TFI-Treffen, selbst im Ausland, dabei sind. Für größere Gruppen wie diese, insbesondere in Friesland, führt kein Weg am Van der Valk vorbei. Nicht billig, aber gut und auf jeden Fall groß genug. Außerdem legt TFI Wert auf einen gewissen Standard. Etagenbetten in einer Jugendherberge kommen von vornherein nicht in Frage! Mein erster Gedanke war das Van der Valk in Sneek. Das ist ein besonders schöner Ort, und viele Sehenswürdigkeiten sind mit dem Auto gut zu erreichen. Ich bat um ein Angebot, war aber vom Preis für die Übernachtungen so geschockt, dass Sneek sofort ausschied. Wie sich herausstellte, gibt es teure und günstige Filialen von Van der Valk, und Sneek gehörte zweifellos zu den (sehr) teuren. Van der Valk in Hurdegaryp war eine mögliche Alternative. Es liegt ländlich, aber nicht allzu weit von Leeuwarden entfernt, das ebenfalls viele Sehenswürdigkeiten bietet. Leider sollte das Hotel im folgenden Jahr renoviert werden, sodass die Zeit um Christi Himmelfahrt nicht in Frage kam. Man gab mir jedoch den Tipp, dass das Van der Valk Hotel in Drachten ebenfalls zur günstigeren Filiale gehörte! (Kleiner Gedanke: Als die Königsfamilie vor kurzem den Königstag in Friesland feierte, übernachtete die Gesellschaft ebenfalls im Van der Valk Hurdegaryp. Müssen die Oranjes etwa auch aufs Geld achten?)
Ich beschloss, mir das Hotel in Drachten anzusehen und kontaktierte es. Die Dame von der Gruppenbuchung war freundlich und hilfsbereit. Sie zeigte mir das Hotel und versprach uns einen eigenen Raum für das Abendessen und weitere Aktivitäten. Als sich dann auch noch herausstellte, dass die Zimmerpreise sage und schreibe siebzig Euro pro Nacht günstiger waren (!) als in Sneek und dass Verpflegungspauschalen verfügbar waren, fasste ich den Entschluss und reservierte dreißig Zimmer für uns bis Ende März. Es sollte sich als knapp ausreichend erweisen, auch weil einige Leute erst am letzten Tag buchten und bis dahin schon alles ausgebucht war. Eine Person ging leer aus; zum Glück konnte ich für ihn eine Pension in der Nähe organisieren.
Am Himmelfahrtswochenende 2025 war ich also in Anger und lud die TFI-Mitglieder in die Niederlande ein. Mit einer PowerPoint-Präsentation und einer friesischen Flagge bewaffnet, gelang es mir, die Leute zu begeistern, und viele sagten spontan zu, obwohl ich weder Berge noch Dampflokomotiven wie im österreichischen Programm zu bieten hatte.
Ein Versprechen ist ein Versprechen, also folgte ein Jahr voller Vorbereitungen. Versuchen Sie mal, in letzter Minute ein Ausflugsboot zu buchen! Das wird nicht funktionieren, dann ist alles weg. Deshalb muss man den Termin tatsächlich Monate im Voraus vereinbaren. Die netten Leute von Princenhof Boat Tours in Earnewâld reservieren mir gerne ein Boot, vorausgesetzt, ich kann mindestens 55 Teilnehmer garantieren. Bisher habe ich aber noch keine einzige Anmeldung, da die Einladung erst im neuen Jahr online geht. Na gut, also gehe ich das Risiko ein.
Ernst versichert mir, dass 55 kein Problem darstellen. Und er hat Recht. Am Ende sind es 69 Teilnehmer, obwohl nicht jeder an jedem Programmpunkt teilnimmt.
Das weltberühmte Eise-Eisinga-Planetarium in Franeker gehört nun zum Weltkulturerbe. Absolut verdient und gerechtfertigt, aber früher kaufte man dort einfach eine Eintrittskarte. Jetzt ist es so voll, dass man Karten nur noch im Voraus für einen bestimmten Zeitraum bestellen kann. Glücklicherweise ist man bei Scherjon und auch bei der ‘Korenmolen’ deutlich flexibler. Dort wird proaktiv gehandelt. Trotzdem telefoniere und maile ich in dieser Phase noch viel…
Das Mittagessen ist ebenfalls wichtig. Okay, für Samstag ist alles organisiert. Aber wir müssen auch am Freitag noch etwas unternehmen können. Wochen im Voraus besuche ich persönlich das Eetcafé De Kromme Knilles in Akkrum und teste das Mittagessen. Das Café hat einen separaten Raum, und wir werden dort willkommen sein. So weit, so gut.
Aber als es Monate später so weit ist und sich herausstellt, dass auch ein Motorradclub gleichzeitig zu Mittag essen möchte und die Küche etwas überlastet ist, entsteht ein gewisses Chaos. Doch die Mitarbeiter sind nett, auch das lässt sich lösen, die Suppe schmeckt, und es bleiben sogar noch Kroketten übrig, nachdem es anfangs einen Engpass gab, den ich hektisch zu beheben versuchte. Zum Glück weiß ich das alles zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Rückblickend sehe ich vor allem Tschechen, die zufrieden große Gläser Bier und typisch holländische Snacks genießen…
Im neuen Jahr werden die Einladungen verschickt. Unser unvergleichliches *Nieuwsblad* widmet dem bevorstehenden Treffen viel Aufmerksamkeit, und die TFI-Website macht es mit einem Online-Anmeldeformular, einem Link zum Hotel für die vergünstigten Zimmer und einer ausführlichen Programmübersicht leicht. Leider kann ich das von unserer eigenen TRN-Website nicht behaupten. Der Mangel an einem kompetenten Webmaster tritt schmerzlich zutage. Ich kann jedoch die Gelegenheit während unseres Neujahrstreffens nutzen, um unsere Mitglieder einzuladen. Anmeldungen treffen aus Tschechien, Österreich, Dänemark, Deutschland, Italien und auch aus unserem eigenen Land ein. Ich freue mich über alle, besonders aber über unsere niederländischen Teilnehmer. Darunter Premieren wie der brandneue Tatraplan der Familie Koel, der prächtige, aber selten zu sehende T75 von Gerrit van der Maat und Stien de Vries, der seltene Tatra 87 von Jelle Venema und der wunderschön restaurierte T603 unseres Schatzmeisters Camiel de Leeuw. Kees Smits T12 sowie die Tatra 603 von Cees Koel (gefahren von Marije und Wouter) und mir komplettieren das niederländische Tatra-Kontingent.
Das Treffen rückt langsam aber sicher näher, und es wird Zeit, die Routen zu planen. Die Ziele stehen fest, der Zeitplan mehr oder weniger auch. Routen entstehen erst, wenn man sie abfährt. Und genau das tun wir. Zusammen mit meinen Freunden Bauke und Wieb Bos, beide begeisterte Besitzer mehrerer Oldtimer (wenn auch keine Tatras). An mehreren Sonntagen sind wir unterwegs, bewaffnet mit Karten und Notizbüchern. Bauke fährt, ich schreibe. Ich muss diese gekrakelten Notizen aus dem fahrenden Auto noch am selben Abend abtippen, am besten auch mit Google Street View zur Hand, sonst lässt sich die Route nicht mehr rekonstruieren!
Die eigentliche Arbeit steht mir aber noch bevor: Alles muss zu einem brauchbaren Roadbook verarbeitet werden. Dafür braucht man viele spezielle Symbole, wie Pfeile und Kreisverkehre, und die müssen alle einzeln an der richtigen Stelle eingegeben werden. Die Übersetzungen ins Deutsche und Englische kann ich selbst machen, aber Tschechisch ist eine andere Geschichte. Ich probiere einen Online-Übersetzungsdienst aus und schicke ein Beispiel des Ergebnisses an Fred Kuipers in Valašské Meziříčí. Sein Urteil ist vernichtend: unbrauchbar! Zum Glück ist er anschließend bereit, die Übersetzung selbst zu übernehmen. Die Druckerei akzeptiert nur PDFs, also lerne ich schnell, wie das funktioniert. Ich bespreche mit dem Grafikdesigner Manfred Haspel das Design für das Rallye-Schild und die schöne, schwere Metallplakette, die die Teilnehmer üblicherweise am Ende des Treffens erhalten. Mein 613er soll darauf abgebildet werden, und ja, ich hätte auch gerne noch die Holzschuhe auf dem Rallye-Schild! Tausend Dinge, an die ich denken muss. Die Taschen mit den Touristeninformationen im Fremdenverkehrsamt abholen und für jede Tasche eine Packung Stroopwafels bei Lidl kaufen. Eine leckere und typisch holländische Überraschung ist nie verkehrt, oder? Hoffentlich reicht das Budget.
Christi Himmelfahrt! Es ist soweit! Mein 603 und ich sind bereit! Der Tag, an dem das TFI-Treffen beginnt! Und wie jedes Jahr findet auch das Oldtimer-Festival in Hoornsterzwaag statt. Einst ein bescheidenes Treffen für osteuropäische Fahrzeuge auf einem Feld hinter dem JAWA-Importeur De Haan, hat es sich mittlerweile zum größten Oldtimer-Spektakel im Norden entwickelt, mit Hunderten von Teilnehmern, Flugzeugen, Vorführungen, Stuntmen, Motocross und einem kompletten Rummelplatz. In der Einladung habe ich die TFI-Teilnehmer auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht. Die Teilnahme ist kostenlos. Dass zumindest einige die Einladung angenommen haben, wird mir gleich am Eingang klar, als der Sprecher die Autos dem Publikum vorstellt. „Noch ein Tatra!“, ruft er. Das habe ich noch nie gehört. Bei den meisten Oldtimer-Treffen fahre ich den einzigen Tatra! Und tatsächlich entdecke ich im Laufe des Vormittags vier ausländische Tatras, darunter einen wunderschönen T57 Sport von 1931 und den extrem seltenen 603 Typ 1 – mit drei Scheinwerfern – der Manfred Haspel gehört.
Gegen 15 Uhr geht es los nach Drachten, um die Teilnehmer des TFI-Treffens zu begrüßen. Auf dem großen Parkplatz des Hotels Van der Valk stehen bereits mehrere Tatras. Manche sind schon einen Tag früher angereist, was angesichts der teils langen Anreise nicht verwunderlich ist. Ein freudiges Wiedersehen folgt!
Registrierung, Ausgabe der Taschen, Roadbooks, Rallye-Schilder usw. verlaufen dank Ernst, Bauke und Wieb schnell und reibungslos. Ich persönlich bin nach Krankenhausaufenthalt und Reha mit dem Rollator noch nicht ganz so flink. Zusammen mit einigen tschechischen Freunden genieße ich daher bald ein großes Bier an der Bar und begrüße die anreisenden Teilnehmer aus dem In- und Ausland. Svends Niederländisch wird immer besser. Zum Glück kann ich immer noch etwas Dänisch. Das gehört eben dazu, wenn man sich nur einmal im Jahr trifft! Aber unter Gleichgesinnten knüpft man einfach da an, wo man letztes Jahr aufgehört hat.
Am Abend fallen im Speisesaal viele herzliche Begrüßungsworte. Ich persönlich bin hoch erfreut über den freundlichen Krystof, einen tschechischen Jungen, der perfekt Deutsch spricht und bereit und in der Lage ist, mein Deutsch ins Tschechische zu übersetzen. Er wird in den kommenden Tagen unentbehrlich sein und ich bin ihm sehr dankbar!
Das Essen ist, wie erwartet, mehr als ausgezeichnet, und das Dessertbuffet mit dem köstlichen Eis kommt besonders gut an. Anschließend unterhalten wir uns noch bis in die frühen Morgenstunden, bevor wieder Ruhe einkehrt. Aber morgen geht es früh los!
Nach dem herzhaften Frühstück und vor der Abfahrt halten wir eine kurze Fahrerbesprechung. Da ich davon ausgehe, dass die Niederländer und Dänen Deutsch sprechen, spreche ich Deutsch. Krystof übersetzt für die Tschechen. Ich warne vor den horrenden Bußgeldern in den Niederlanden, erzähle dass Superbenzins E98 nur selten verfügbar ist, und weise darauf hin dass Radfahrer auch im Unrecht immer recht haben. Dann geht es auf nach Franeker, mit rund 55 km die längste Etappe des Tages. Natürlich meiden wir Autobahnen und suchen stattdessen die kleinen Nebenstraßen. Ja, auch Windmühlen gibt es entlang der Strecke! Dank Bauke und Wieb sind in Franeker viele Parkplätze für uns frei gehalten. Ein Platz voller Tatras zieht schnell die Blicke auf sich! Wir schlendern ein wenig durch die Stadt auf dem Weg zum Planetarium. Alle sind begeistert von diesem technischen Meisterwerk aus dem 18. Jahrhundert, dem ältesten noch funktionierenden Planetarium der Welt. Aber auch die Stadt selbst, mit ihren Grachten und dem wunderschönen Renaissance-Rathaus von 1591, erntet Bewunderung, und viele verbinden ihren Besuch mit einem spontanen Spaziergang.
Auf dem Weg zum Mittagessen in Akkrum geraten wir in ein paar heftige Regenschauer. Während das Wetter in der Woche vor diesem Wochenende so schön und sonnig war, schlagen jetzt die Eisheiligen zu! Es ist zeitweise richtig kalt. Leider kann ich alles organisieren, nur nicht das Wetter… Heiße Suppe, Kroketten und Brötchen wärmen den inneren Schweinehund jedoch schnell wieder auf.
Nächster Halt ist das NSU Legends Museum, eine Privatsammlung von Herrn Hette Knijpstra. Ich habe ihn über gemeinsame Bekannte kennengelernt, und er fand es eine gute und unterhaltsame Idee, mit den Tatras vorbeizuschauen. Schließlich haben beide Automarken Fahrzeuge mit luftgekühlten Heckmotoren im Angebot! Als zusätzliche Überraschung für die Teilnehmer warten zwei in den Niederlanden zugelassene Tatra-Lkw im Museum. Diese werden ausgiebig bewundert. Das sind Arbeitstiere, keine Showpferde wie unsere Autos! Es war sehr nett von den Fahrern, mit ihren Muldenkippern vorbeizukommen! Einer kam sogar direkt von der Arbeit! Vielen Dank an Jan Noppert und seinen Kollegen!
Neben einer Reihe von Autos beherbergt das NSU-Museum eine große und besondere Motorradsammlung. Es gibt eine Werkstatt und eine kleine Bar mit Café. Sogar besondere Fahrzeuge, wie ein Rennwagen, hängen von der Decke. Herr Knijpstra selbst ist ebenfalls ein begeisterter Tatra-Fan. Sowohl draußen als auch drinnen wimmelt es von Autoliebhabern. Auf dem Parkplatz steht sogar ein gelber Ro80, ein Auto, das wir natürlich kennen, da eines unserer Mitglieder ebenfalls einen besitzt, neben einem 603. Ich hatte einmal das Vergnügen, mit Pieter Jolke in seinem Ro80 mitzufahren. Als ich Herrn Knijpstra am Ende des Besuchs bezahlen möchte, erwartet mich eine weitere angenehme Überraschung. Die Antwort lässt sich in einem Wort zusammenfassen: nichts! Eine großzügige Geste, für die wir uns herzlich bedanken.
Wir fahren gemächlich durch Friesland, vorbei an der bewaldeten Umgebung des vornehmlichen Beetsterzwaag, zurück zum Hotel und bleiben diesmal von Regengüssen verschont. Am Abend folgt ein gemütliches Beisammensein. Zur Unterhaltung habe ich zusammen mit einem computerbegeisterten Freund, Klaas de Jong, ein PowerPoint-Quiz mit verschiedenen Fragetypen erstellt, die möglichst international gestaltet sein sollten. Jetzt wissen auch die Niederländer wahrscheinlich, wer Clown Ferdinand ist… Hoffentlich hat’s Spaß gemacht!
Am Samstagmorgen früh aufstehen, denn wir werden bei Scherjons Klompenmakerij in Noardburgum erwartet. Das ist zwar nicht weit, aber im Anschluss steht noch eine Bootsfahrt von Earnewâld an. Das ist ein ganzes Stück weiter, und das Boot wartet nicht!
Der Besuch bei Scherjon ist ein voller Erfolg. Typischer holländisch geht es nicht. Krystof übersetzt während der Führung wieder. Hier werden Holzschuhe auf oft uralten Maschinen und teilweise noch von Hand gefertigt und im typischen Scherjon-Stil bemalt. Hunderte von Baumstämmen liegen draußen und warten darauf, zu Holzschuhen verarbeitet zu werden. Dass Holzschuhe mittlerweile offiziell als Sicherheitsschuhe gelten, ist für viele eine Neuigkeit!
Wir werden von einem Journalisten des Leeuwarder Courant, der größten regionalen Tageszeitung Frieslands, überrascht. Er hat von unserem Treffen gehört und ist zusammen mit einem Fotografen gekommen, um sich das Ganze anzusehen. Unter anderem Thomas Gabel, Ernst Bieber und ich werden interviewt, und der Fotograf gibt sich alle Mühe, unsere besonderen Fahrzeuge in Szene zu setzen. Am darauffolgenden Montag sind wir mit Foto in der Zeitung, und auf der LC-Website gibt es noch viel mehr Bilder zu entdecken. Es ist großartige Werbung für unsere Tatra Marke.
Bevor wir unsere Reise nach Earnewâld fortsetzen, besuchen viele Menschen den Laden, und so gehen mehrere Paare echt friesische Holzschuhe mit nach Tschechien und Österreich!
Der Parkplatz der Princenhof-Schifffahrt bietet reichlich Platz für alle Tatras, Josefs klassischen VW Käfer (Baujahr 1950) und Jan Kocians Jaguar. Bevor wir an Bord gehen, bewundern und fotografieren wir alle Autos noch einmal. Offenbar werden wir dessen nie müde! Das gilt ganz sicher auch für Pim van der Kleijs bildhübsche 603 Typ 1; er nimmt zwar nicht an dem Treffen teil, schaut aber trotzdem vorbei. Zwei 603er mit den originalen drei Scheinwerfern zusammen sind bestimmt eine Seltenheit!
An Bord werden wir mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Nachdem das Schiff zu einer Fahrt über die friesischen Seen in See gestochen ist, gleiten Windmühlen, Dörfer und weiten grünen Wiesen mit Pferden oder Kühen leise an uns vorbei. Schade, dass das Wetter es uns kaum erlaubt, bequem an Deck zu sitzen, aber in der Kajüte ist es gemütlich, und bald fließen Bier und Softdrinks wieder in Strömen. Wir essen an Bord zu Mittag, und es schmeckt uns gut. Wie war das Lied nochmal? Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön….
Zurück in Earnewâld geht es weiter nach Surhuisterveen, wo wir die Feanster Moune, offiziell Nôtmûne Koartwâld, besichtigen – eine achteckige Turmmühle, die zusammen mit der benachbarten Mühle das friesische Dorf seit 1864 prägt. Wir werden von sich drehenden Flügeln und einem freundlichen Müller empfangen. Viele steigen bis ganz nach oben, um das Mahlwerk in Aktion zu sehen oder sich auf die hohe Galerie zu wagen. Der kleine Daniël entpuppt sich als angehender Müller! Begeistert mahlt er Getreide zwischen zwei Mühlsteinen und demonstriert so das Prinzip der Getreidemühle. Bei der Abreise erhält jeder Besucher einen kleinen Beutel Mehl – ein schönes Souvenir. Hat schon jemand damit gebacken?
Nach dem vorzüglichen Van der Valk Abendessen folgt schon wieder der letzte Abend.
Das hat immer was leicht wehmütiges an sich. Bestimmt dauert es wieder ein Jahr oder länger, bevor wir uns alle wiedersehen. Es folgen wohlgemeinte Dankeswörter, die schönen Plaketten werden verteilt und last but not least, es folgt die Einladung fürs nächste Jahr! Es geht nach Kärnten in Österreich, und alle sind herzlichst eingeladen!
Die Organisation dieses Treffens hat mir große Freude bereitet. Es war zwar über ein Jahr Arbeit, aber zum Glück mit Unterstützung. Mein besonderer Dank gilt Ernst Bieber, Bauke und Wieb Bos, Camiel de Leeuw, Fred Kuipers, Klaas de Jong, Herrn Hette Knijpstra, Manfred Haspel, Jan Noppert und allen anderen, die zum Gelingen beigetragen haben.
Ein internationales Treffen ist etwas ganz Besonderes. Ich kann es jedem nur empfehlen, denn es bietet die Möglichkeit, Tatra-Begeisterte aus vielen Ländern kennenzulernen, einzigartige Fahrzeuge zu sehen, die man sonst fast nie außerhalb Tschechiens zu Gesicht bekommt, eine tolle Atmosphäre und die Chance, internationale Freundschaften zu knüpfen. Also, nächstes Jahr nach Kärnten? Wie man in Friesland sagt: ‘Net stinne, mar hinne!’ d.h. Nicht zögern, einfach hinfahren!
Peter Visser

